Peter Beard – Von wilden Tieren, Models und der Unsterblichkeit. Ein Nachruf

Die Zeichnung „Krokodil am Rücken“ ist eine Hommage an den verstorbenen Fotografen Peter Beard und ist seinem gleichnamigen Bild nachempfunden

Heute morgen las ich in den Nachrichten vom Tod des Fotografen Peter Beard. Nachdem er seit drei Wochen abgängig war, wurde der 82-jährige, an Demenz leidende, tot aufgefunden. 

Ich muss gestehen, dass mir sein Name zunächst nichts sagte und begann daher näheres über ihn im Internet zu recherchieren. 

In eine reiche New Yorker Familie hineingeboren lebte er in der Jetset Gesellschaft und avancierte mit der Zeit zum Starfotografen, der Berühmtheiten wie David Bowie und Mick Jagger vor seiner Linse hatte. Ich lernte, dass er in den 60er und 70er Jahren mit Andy Warhol und Salvador Dali zusammenarbeitete, und mit den Rolling Stones zwei Monate auf Tour war um für die bekannte Musikzeitschrift “Rolling Stone” zu berichten. Er entdeckte das spätere Supermodel Iman in den Straßen Nairobis und verhalf ihr zur Weltkarriere. 

Bereits während seinem Studium an der Yale University jobbte er für das Medienunternehmen Condé Naste und fotografierte für die Vogue. Keine schlechte Biographie! 

Aber Peter Beard legte bereits in jungen Jahren den Grundstein für ein Leben, das nicht nur aus Kunst, Jetset und Modewelt bestand, sondern, ganz im Gegensatz dazu, einen weitaus ernsteren und tiefgründigen Sinn hatte als es ein erster Blick vermuten lässt.

Mit 17 Jahren reiste er das erste Mal nach Afrika (übrigens mit dem Enkelsohn von Charles Darwin) und fotografierte dort das Wildleben mit seiner Voigtländer Kamera. Afrika sollte zu einem fundamentalen Bestandteil in seinem Leben werden. Nicht nur, weil er 23 Jahre dort wohnen, sondern weil er dort auch das zentrale Thema seines Lebens finden sollte. Allerdings nicht das Paradies, sondern das Gegenteil. Er beobachtete die sukzessive Zerstörung von Tier und Umwelt durch den Menschen, was er in seinem 1965 veröffentlichten Bildband “The End of the Game”  (im deutschen erschienen unter “Die letzte Jagd” im Taschenverlag, erhältlich bei Thalia) in besonders ausdrucksstarken und brutalen Bildern einem breiten Publikum präsentiert. So schließt das Buch etwa mit fast 150 Fotos von Elefantenkadavern und soll deutlich machen, dass die Ressourcen nicht unendlich sind und der Raubbau des Menschen an seiner Umwelt nicht unerschöpflich ist. 

Die Bildsprache ist eindeutig und zeigt die rohe Gewalt zu der der Mensch fähig ist. 

Peter Beard ist ein Mann mit vielen Gesichtern. Zwischen Reportage und Kunst schwankend, lässt er sich nicht festlegen. Das bringt ihm auch immer wieder Kritik ein. Wie 2008, als er den Pirelli Kalender fotografiert und neben den Nackedeis wilde Tiere platziert. Während die Tierschützer Protest laufen, wird er von der Kunstszene des Kitsches beschuldigt. 

Aber vielleicht braucht es eine innere Zerrissenheit, einen eigenen Disput zwischen dem man sich bewegt um Großartiges zu schaffen. Um unsterblich zu werden. 

Das erreicht man nicht in dem man ausgetretene Pfade geht. 

Aber darum muss sich Peter Beard keine Gedanken mehr machen. Er wurde bereits 1977 unsterblich. Damals wählte der Astronom Carl Sagan mit einem Komitee sein Bild “Krokodil am Rücken” aus um es mit anderen Liedern und Bildern auf der so genannten “Golden Record” mit der NASA Sonde Voyager 2 ins Weltall zu befördern. Seit ihrem Start hat die Sonde bereits 18,5 Milliarden Kilometer zurückgelegt und die Planeten des Sonnensystems schon weit hinter sich gelassen. Sie sendet immer noch Signale. 

Auf der Golden Record befinden sich Bild- und Audioinformationen über die Menschen und die Erde. Das Bild zeigt das Cover. (Bild: NASA /JPL, gemeinfrei, Quelle: http://grin.hq.nasa.gov/ABSTRACTS/GPN-2000-001978.html

Sofern die Sonde in der kosmischen Leere nicht irgendwann mit einem Stern kollidieren sollte, schätzt man die Lebensdauer der Golden Record auf 500 Millionen Jahre. So lange wird Peter Beard zumindest mit seiner fotografischen Arbeit weiterleben. 

Wenn ihr mehr über das aufregenden Leben von Peter Beard und seinen eindrucksvollen Aufnahmen erfahren wollt, besucht seine Website: https://peterbeard.com/home/

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